Ein Helikopter bekämpft ein Feuer in Griechenland

Waldbrände Feuer in Griechenland - mehrere Ortschaften evakuiert

Stand: 11.08.2024 21:07 Uhr

25 Meter hohe Flammen, brennende Häuser: In mehreren Regionen Griechenlands sind Waldbrände ausgebrochen. Zusätzlich fachen Winde die Feuer weiter an: Meteorologen hatten zuletzt immer wieder vor der Brandgefahr gewarnt.

Die Rauchwolken haben längst die Hauptstadt erreicht: In Griechenland ist am Sonntagnachmittag in der Nähe von Athen ein Feuer ausgebrochen. Der Brand breitete sich durch starken Wind rasant im trockenen Gehölz aus und erreichte rasch den Vorort Dionysos rund 24 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums.

Mehrere Dörfer und Ortschaften im Raum Varnavas und Marathon wurden evakuiert. Mit Feuerwehrwagen und der Polizei wurden Hunderte Einwohner in Sicherheit gebracht, wie das griechische Fernsehen zeigte. 

500 Feuerwehrleute kämpfen gegen Feuerwände vor griechischer Hauptstadt Athen

Rüdiger Kronthaler, ARD Rom, zzt. Athen, tagesschau, 12.08.2024 12:00 Uhr

Hunderte Feuerwehrleute und Freiwillige im Einsatz

Die Flammen würden mehr als 25 Meter hochsteigen, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr im griechischen Rundfunk. Hunderte Feuerwehrleute unterstützt von Freiwilligen waren im Einsatz. Allein zur Bekämpfung eines Feuers bei Varnavas rund 35 Kilometer nördlich von Athen waren 17 Löschflugzeuge und 15 Hubschrauber im Einsatz. Nach Berichten griechischer Medien wurden zwei Feuerwehrleute leicht verletzt.

Doch die Flammen breiten sich immer weiter aus. Brände gab es nun auch in der Stadt Marathon, dem Dorf Grammatiko und dem Küstenort Nea Makri. "Trotz eines schweren Kampfs und übermenschlicher Anstrengungen über Nacht hat sich das Feuer schnell ausgebreitet und den Berg Pendeli erreicht", sagte ein Vertreter der Feuerwehr. In der Region mussten mindestens drei Krankenhäuser geräumt werden.

Viele Menschen mit Rauchvergiftung

Zahlreiche Menschen erlitten Rauchvergiftungen und wurden in Krankenhäuser gebracht, wie griechische Medien berichteten. Unklar ist derzeit, wie viele Häuser zerstört oder beschädigt wurden. Doch Fernsehreporter berichteten, dass sie Dutzende brennende Häuser gesehen hätten.

Über Nacht sei der Wind stark geblieben und habe die Gefahr weiter verschärft, sagte Feuerwehrsprecher Vassileios Vathrakogiannis. In den kommenden Stunden werde man auch keine Entwarnung geben können. Er rief die Bewohner der betroffenen Orte auf, den Anordnungen der Behörden Folge zu leisten.

In einigen Fällen kam es zu Streitigkeiten zwischen Einwohnern und der Polizei. Viele Menschen weigerten sich trotz der sich nähernden Flammen, ihre Häuser zu verlassen und versuchten mit Gartenschläuchen, ihr Hab und Gut zu retten. Touristische Anlagen sind bislang nicht bedroht, wie es in den Berichten hieß.

Extreme Trockenheit

Ein weiteres Feuer brach am frühen Sonntagnachmittag in Megara in der Region Westattika aus. 48 Feuerwehrleute und mehrere freiwillige Helfer waren mit 13 Fahrzeugen, zwei Flugzeugen und zwei Hubschraubern vor Ort. In der Region Thessaloniki war ein Brand in der Stadt Lagadas teilweise unter Kontrolle, während 20 Feuerwehrleute, zehn Fahrzeuge und ein Hubschrauber die Flammen bekämpften.

Am Nachmittag hatte die Feuerwehr 33 der 40 ausgebrochenen Brände unter Kontrolle gebracht, wie der Feuerwehrsprecher Vassilis Vathrakogiannis vor Journalisten sagte.

Die Meteorologen und der Zivilschutz hatten über das Wochenende immer wieder gewarnt: Wegen der extremen Trockenheit und der zurzeit starken Winde rund um die Ägäis könne der kleinste Brand binnen wenigen Minuten zu einem Großfeuer werden.

Höchste Brandgefahr

Der Zivilschutz veröffentlichte eine Karte, auf der zu sehen ist, dass in der Region um Athen und in weiten Teilen Mittelgriechenlands die höchste Brandgefahrstufe herrscht. Die Lage werde auch in den kommenden Tagen äußerst gefährlich bleiben, teilte der Zivilschutz mit. In den meisten Regionen Griechenlands hat es seit Monaten nicht mehr richtig geregnet. 

Griechenland hat nach dem wärmsten jemals aufgezeichneten Winter auch den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1960 erlebt und ist damit extrem anfällig für Waldbrände.  

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. August 2024 um 21:00 Uhr.